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Iglekärrs gammelskog

Der Iglekärr gammelskog erstreckt sich über eine Fläche von ungefähr 70 Hektar und liegt in Ale, einem kleinen Ort nahe Skepplanda, circa dreißig Kilometer nördlich von Göteborg. Dabei handelt es sich um einen schönen Mischwald mit Kiefern, Fichten und Eichen und vielen anderen Baumarten. Der Iglekärr-Wald ist über Jahrzehnte hinweg gediehen und von menschlichen Eingriffen verschont geblieben.

Insgesamt wurden 44 schützenswerte Tier- und Pflanzenarten in dem Waldgebiet ausgemacht, von denen 15 als gefährdet eingestuft und 28 auf einer gesonderten Liste der schwedischen Forstagentur Skogsstyrelsen verzeichnet sind, die dazu dient anhand gewisser Arten Wälder mit einem erhöhtem Naturschutzwert identifizieren zu können (Hier kannst du die Liste der Arten herunterladen).

Der Iglekärr-Urwald grenzt im Osten an das circa 80 Hektar umfassende Ekliden- Naturreservat. Die Erhaltung des Waldes würde somit in einem doppelt so großen Schutzgebiet resultieren. Dies würde den dort beheimateten Tieren die Möglichkeit geben, sich über eine noch weitläufigere Fläche auszubreiten und einen passenden Lebensraum zu finden. Ein Schutzgebiet, bestehend aus dem Iglekärr-Wald und Ekliden, würde also einer Vielzahl an Pflanzen- und Tierarten genügend Raum und Schutz zur Entfaltung bieten.

Seltene Pflanzen und Pilze

Auf den Eichenstämmen in Iglekärr hat sich Moos, das sogenannte hängende Widerhakenmoos gebildet – ebenfalls eine Art mit hohem Naturschutzwert und ein Indikator dafür, dass der Wald kontinuierlich gediehen ist.

Abgesehen davon gibt es noch viele andere seltene und gefährdete Arten im Iglekärr-Wald. Sie alle deuten daraufhin, dass es sich um einen Naturwald mit einem unbedingt zu schützenden Bestand handelt. Das Flechten-Gewächs Thelotrema lepadinum kommt in spärlich bewachsenen Wäldern vor, die in früheren Zeiten vorsichtig bewirtschaftet wurden und so lichtdurchlässiger geworden sind.

Das Dreilappige Peitschenmoos und die Moosart Mylia taylorii bevorzugen Lebensräume, die reich an Natur sind und eine gleichbleibend hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen.

Das Vorkommen der Flechtengattung Calicium parvum deutet auf einen Kiefernwald mit hohem Naturschutzwert hin, inmitten dessen man oft auch die Pilz- und Pflanzenarten Tricholoma, Sarcodon Squamosus, Hydnellum ferrugineum und Lungen-Enzian findet.

Auch das Peitschen-Gabelzahnmoos steht für einen Lebensraum reich an schützenswerter Natur. Wo es wächst, hat sich ein Biotop aus natürlichem Totholz in verschiedenen Stadien der Verwesung gebildet.

An den Waldhängen im Norden und Süden finden sich Leberblümchen, Großes Kranzmoos, Braunstieliger und Nordischer Streifenfarn.

Laubmoose der Art Frullania tamarisci, Gemeines Weißmoos, Gewelltblättriges Schiefkapselmoos und Peitschenmoose gibt es dort, dank des unversehrten Waldbestands und der hohen Luftfeuchtigkeit, ebenfalls.

Schillerporlinge kommen in Umkreis von Espenbäumen vor, die es in Iglekärr reichlich gibt. Sie bieten auch den passenden Lebensraum für zwei Gattungen der Feuerschwämme.

Ältere Eichen sind vor allem in den südlichen Gebieten gewachsen. Die Fungi-Gattung der Pachykytospora tuberculosa sowie die Phellinus ferreus siedeln sich im Umkreis von alten Eichen mit einem hohen Naturschutzwert an. Die Pilzgattung der Phellodon niger kommt in der Regel in kontinuierlich gewachsenen Wäldern mit Nadelbaumbestand vor.

Tiere im Wald

Unter allen seltenen und schützenswerten Tierarten im Iglekärr-Wald sind drei Vogelarten besonders hervorzuheben.  Der gefährdete Wespenbussard wurde sowohl in Iglekärr, als auch im Ekliden-Naturreservat gesichtet. Der Kleinspecht nistet im südlichen Teil, während es den Ziegenmelker in das zentrale Kiefernwald-Gebiet gezogen hat. Der Naturschutzverein in Ale bietet auf seiner Webseite weiterführende und umfassende Informationen über Iglekärr an.

Wegbeschreibung

Der Iglekärr-Urwald liegt 2,5 Kilometer östlich von Skepplanda in der Kommune Ale und ist gut mit dem Bus und Auto zu erreichen:

Wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus Göteborg anreisen möchte, kann man den Pendelzug bis Älvängen nehmen. Von dort geht es mit dem Bus 434 in Richtung Skepplanda weiter bis zur Haltestelle Albotorget. Hier ist auch ein Parkplatz für diejenigen, die mit dem Auto fahren. Von Albotorget geht es nur zu Fuß weiter.

Von Albotorget aus kann man auch eine Abkürzung durch Skepplanda (blaue Linie auf der Karte) nehmen. Wenn man die Landstraße erreicht hat, geht man geradeaus weiter.

Nach einigen hundert Metern geht rechts eine Straße in Richtung Salanda ab. Auf der Landstraße bleiben und nach hundert Metern nach Rechts auf einen kleinen Schotterweg einbiegen. Links am Neubau vorbei gehen bis zum Wendeplatz. Dem Weg weiter geradeaus folgen. Nach der Stromtrasse ist man im Iglekärr-Wald angekommen.

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